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FC FlawilFC Netstal
Meisterschaft - 3. Liga Gruppe 4
Samstag, 24. October 2020 - 17:00 Uhr
Fussballplatz Schützenwiese - Rössli-Park-Arena - Flawil
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Out im OFV-Cup: Ein Weckruf zum richtigen Zeitpunkt?
Thema: 1. Mannschaft | erstellt durch: FCF

Out im OFV-Cup: Ein Weckruf zum richtigen Zeitpunkt?


Symptomatisch: Der FC Flawil ist im OFV-Cup ausgeschieden (Archivbild).

Bericht: David Metzger / FC Flawil

 

Der FC Flawil ist im OFC-Cup-1/16-Finale ausgeschieden. Er unterliegt dem gleichklassigen FC Ems aus der 3. Liga Gruppe 1, trotz zwischenzeitlicher Führung, mit 1:2. Gegen ein bereits vor dem Spiel dezimiert angereistes Rumpfteam aus dem Kanton Graubünden (nur drei Auswechselspieler, davon einer der Assistent und einer der Ersatztorhüter) schafften es die Flawiler Akteure nicht, die Dominanz der ersten Halbzeit in Tore umzumünzen und verfielen danach in der zweiten Halbzeit zunehmend in einer Art Körperstarre, was der FC Ems mit einem Lucky-Punch in der Nachspielzeit (92.) auszunutzen vermochte.

 

Noch zu Beginn, da wusste das Flawiler Spiel zu funktionieren: Ausgestattet mit dem Drive und Vertrauen aus der wochentags nachgeholten Meisterschaftsspartie gegen den FC Uznach (5:1) drückte der FC Flawil von Beginn an vehement auf das Tempo und erspielte sich sogleich gute Torchancen. Ärgerlich, dass Dave Obrist nach wenigen Minuten, ideal von Alessio Curaba lanciert, alleine vor dem Tor, aufgrund einer Abseitsposition zurückgepfiffen wurde. Noch ärgerlicher, als der Ball unmittelbar vor Dusan Vasic, nachdem eine Hereingabe perfekt auf ihn getrimmt worden war, aufsprang und am verdutzten Stürmer vorbei entsandte. Und wohl am ärgerlichsten, als ein aufgesetzter Schuss von Dave Obrist an Freund und Feind vorbeisegelte und letztlich am Innenpfosten aufschlug, von dort aber ins Spielfeld zurückprallte. Alles in allem besass der FC Flawil alleine in der ersten Halbzeit ein ganzes Arsenal an Torchancen, um das Cupspiel gegen den FC Ems vorzeitig in die richtigen Bahnen zu lenken. Hinzu kam, dass sich Ems, immerhin aktueller Tabellenführer der 3. Liga Gruppe 1, schwach präsentierte, auch wenn die beiden Flügelspieler Yogarajah und Cazzato mit schnellen Antritten immer wieder bemüht waren, ebenfalls Gefahr vor das Flawiler Tor zu entsenden.

 

Noch zu Beginn der zweiten Halbzeit deute wenig auf eine Änderung der Spielverhältnisse hin. Und tatsächlich wusste sich der FC Flawil für die Umtriebe und Aufwände in der ersten Halbzeit gar noch zu belohnen: Nach genau einer Stunde Spielzeit versenkte Dave Obrist, in einer Art Fallrückzieher, zumindest postierte sich Obrist bei der Schussabgabe mit dem Rücken zum Tor, den Ball im Netz zur Führung. Doch so schön sich der Flawiler Treffer auch ansehen liess, er war gleichzeitig auch Schlusspunkt der Flawiler Bemühungen. Als hätte man einen Lichtschalter gekippt, brachte Flawil plötzlich kein Bein mehr vor das andere, die Energie wie weggedreht. Hinzu kam, dass der FC Ems unmittelbar im Anschluss, nur vier Minuten nach dem Rückstand, mit einem schnörkellos vorgetragenen Angriff über die rechte Seite, bereits den Ausgleichstreffer zu bewerkstelligen wusste.

 

So schlenderte die Partie, je länger diese dauerte, auf das anstehende Elfmeterschiessen zu. Wohl spekulierten beide Mannschaften auf diese Entscheidung. Diesen Eindruck zumindest erweckte die Schlussphase: Während der FC Ems in der Offensive kein weiteres Risiko nehmen wollte, konnte der FC Flawil schlicht nicht. Nur ein einziges Mal zeigte sich das Team in der Schlussphase noch vor dem gegnerischen Tor präsent: Dann, als sich der eingewechselte Stäbler kurz vor Schluss auf der rechten Seite wunderbar durchzutanken vermochte und in der Mitte mit Dusan Vasic eigentlich einen einschussbereiten Abnehmer fand. Der Flawiler Jubel über den Lucky Punch erstickte jedoch augenblicklich, hatte der Schiedsrichter bei Stäbler doch zuvor eine strittige Abseitsposition ausgemacht. Nichts da mit dem Flawiler Game-Winning-Treffer. Und ganz nach dem Motto «wenn nicht hüben, dann eben drüben», lancierte Ems in der Folge seinerseits noch einmal eine Angriffsaktion. Und wie: Weil die Flawiler den Angriff nur zögerlich zu hindern vermochten, fand Davide Rosafio genügend Platz vor, um den Ball bei seinem Abschluss in die Maschen zu spedieren – sprichwörtlich in letzter Sekunde, womit er auch das unnötige Ausscheiden des FC Flawil aus dem OFV-Cup zu besiegeln vermochte.

 

Es bleibt einzig zu hoffen, dass die Flawiler Niederlage ein Weckruf zum richtigen Zeitpunkt ist und der Fokus nun noch stärker auf die anstehenden, schwierigen Aufgaben in der Meisterschaft gerichtet ist.

 

_Telegramm
FC Flawil - FC Ems 1:2 (0:0)
Schützenwiese, 150 Zuschauer, SR. Fürer.
Tore: 60. D. Obrist 1:0, 64. Caluori 1:1, 92. Rosafio 1:2.
FC Flawil: Wagner (46. Pilica); Hajrovic, Edipi, Ferati (46. Büeler); Gahler, Prasovic (60. Stäbler), Oertig (87. Bulic), Graf; Curaba (60. S. Obrist), Vasic, D. Obrist.
FC Ems: Meliti; Caluori, Hanad Beso, Hanan Beso, Hunger; Cazzato, Gringer, Frizzoni, Limani (75. Victor), Yogarajah; Rosafio.
Verwarnungen: 10. Hanad Beso (Foul), 23. Ferati (Foul), 51. Hajrovic (Foul), 60. Cazzato (Foul), 78. Hanan Beso (Foul).
Bemerkungen: FC Flawil ohne Rozajac, Metzger (beide nicht eingesetzt), Imper (rekonvaleszent), Pereira (verletzt), Sassi (nicht im Aufgebot), Gibanica (verletzt), Chiavuzzi (rekonvaleszent), Culanic (Feuerwehr).





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